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Römisches Stabsgebäude (Principia)

Das Stabsgebäude in einem römischen Lager war zugleich Verwaltung und religiöses Zentrum. Im Lateinischen gebrauchte man für dieses Gebäude den Plural „Principia“, was seine Bedeutung unterstreicht. In befestigten Kastellen stand es an der Kreuzung der wichtigsten Kastellstraßen, der „Via praetoria“ und der „Via principalis“. Ab Mitte des 1. Jahrhunderts vor Christus hatten die Principia in allen Kastellen etwa den gleichen Grundriss. Man betrat das Gebäude durch einen Zugang in der großen Querhalle. Der Zugang führte zum Innenhof, um den die Gebäudetrakte angeordnet waren. Den Hof umgab ein Portikus, ein überdachter Gang. In manchen Stabsgebäuden stand in einer Ecke des Hofs ein Brunnen oder ein Wasserbehälter. Oft gab es im Untergrund der Höfe Wasserleitungen und Kanalisation. Bei Ausgrabungen wurden in einigen Stabsgebäuden Fundamente von Statuen und Altären im Innenhof gefunden.
In den Bauten an den Längsseiten des Innenhofs befanden sich Magazine und Waffenkammern. Manchmal wurden die Kammern auch als Gefängnisse genutzt. In vielen Stabsgebäuden waren die wichtigsten Räume im hinteren Gebäudetrakt untergebracht. Dazu gehörten Büros, Versammlungsräume, die Truppenkasse und Schreibstuben. In den Schreibstuben fand die gesamte Verwaltung eines Kastells statt. Hier verwaltete man Tagesberichte, Morgenmeldungen, Abkommandierungen, Wachlisten, Urlaubslisten und Marschbefehle. Über jeden Soldaten der jeweiligen Garnison waren Akten angelegt, die Angaben über Dienstjahre, Beförderungen und Besoldung enthielten.
Der wichtigste Raum war entsprechend seiner Bedeutung meist architektonisch hervorgehoben. Das Fahnenheiligtum lag in der Mitte des hinteren Gebäudetrakts, war größer als die umliegenden Räume und hatte ein herausragendes Dach. Auf einem Podest im Fahnenheiligtum standen Feldzeichen, die die Römer verehrten. Außerdem hing dort ein Bild des Kaisers. An Feiertagen der römischen Armee holte man die Feldzeichen aus dem Heiligtum, stellte sie im Hof des Stabsgebäudes auf und schmückte sie in einem feierlichen Festakt. Jede Garnison hatte eigene Feldzeichen, die mit der Gründung der Garnison überreicht worden waren. Der Gründungstag wurde jährlich mit dem „natalis signorum“ (dem „Geburtstag der Feldzeichen“) gefeiert. Im Lauf der Zeit verdrängte der Kaiserkult jedoch immer mehr den Fahnenkult.




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